Die alte Orgel hat ausgedient!

Über 50 Jahre lang hat sie Gottesdienste begleitet, Generationen von Kirchenbesuchern mit ihrem Klang erfreut: die 1949 gebaute, in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts von der katholischen Kirchengemeinde Damm (einem Stadtteil von Aschaffenburg) durch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weickersgrüben erworbene Multiplexorgel "OPUS 2970". 

 

In den letzten Jahren waren vermehrt Probleme aufgetreten. Besonders störend wirkte, dass einzelne Orgelpfeifen nicht mehr rechtzeitig vom Luftstrom abgeschnitten wurden. Diese sogenannten "Heuler" klangen dann dauerhaft weiter - sehr zum Leidwesen der Organisten und nicht zuletzt auch von Frau Pfarrerin Rauh und der Kirchenbesucher. Der Gottesdienst musste unterbrochen werden und die Suche nach der defekten Pfeife begann. 

 

In der Mechanik, die den Tastendruck auf die Pfeifen überträgt, hätten unter anderem Teile aus Schafsleder ersetzt werden müssen. Nur eine aufwändige und somit sehr teure Generalsanierung hätte die Probleme beseitigen können!

 

So hat sich der Kirchenvorstand schweren Herzens entschieden, die alte Orgel zu ersetzen. 

 

Als neue Lösung wurde eine gebrauchte, nahezu unbespielte neuwertige elektronische Orgel erworben. 

 

Das Instrument des Typs Gloria-Optimus Plus stammt wie die Höllricher Orgel aus der Werkstatt des Orgelbauers Kisselbach. 

 

Die alte Multiplexorgel nutzt im Gegensatz zur klassischen Orgel eine einzelne Pfeife, um über ein ausgeklügeltes System Töne in mehreren Tonhöhen mit verschiedenen Klangfarben erklingen zu lassen. Sie kommt also mit wesentlich weniger Pfeifen aus. 

Während in der klassischen Orgel und auch in unserer alten Multiplexorgel die Töne durch einen Luftstrom in die Orgelpfeife hinein erzeugt wird, sorgen in der neuen elektromechanischen Orgel unter anderem rotierende Tonräder für die Tonentstehung. 

 

Für das 3.600 Euro teure Instrument hat die Gemeinde Gräfendorf freundlicherweise schon einen Zuschuss von 1.000 Euro gewährt. Der Restbetrag, der nach einem Spendenaufruf und einer noch zu planenden Veranstaltung verbleibt, muss aus den bescheidenen Ersparnissen der Kirchengemeinde beglichen werden. Gemeinsam können wir also dazu beitragen, dass auch in Zukunft wieder festliche Klänge unsere Gottesdienste bereichern werden. 

 

Foto und Text: Herrmann Fischer